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Damenwahl im Kinderzimmer, Blödes und Gescheites, von Alfred F. Zieger.

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Wie entstand dieses Buch? Geschrieben habe ich schon immer. Zu meinem Vergnügen, für mich. Jemand sagte mir: "Schmeiß' doch, was du schreibst, nicht immer weg." Gut, das habe ich beherzigt. Zur Strafe musste diese Person fortan all meine Schreibereien lesen.


ISBN 978-3-200-01568-5

Franz Wortlos, oder ein paar Augenblicke. Festgehalten und aufgeschrieben von Alfred F. Zieger.

Franz, das war ein Malergesell,
scheinbar derb und ohne Worte.
Von solchen Leuten sagt man schnell,
die sind nicht von der netten Sorte.

Meist müde, meist grantig,
zu seiner Umgebung stets hantig,
so kannten ihn alle, auch ich.
Wir kannten ihn nicht, sicherlich.

Er ließ, als er ging, ein Büchlein zurück,
gebunden in braunem Karton,
darinnen beschrieb er sein Lebensglück,
und niemand wusste davon.

Die Worte, die er den Menschen ersparte,
setzte er in poetischer Weise ins Buch.
Erkenne erst jetzt, wie sehr er uns narrte,
zu spät, über ihn liegt ein weißes Tuch.

Er war ein Poet, der uns narrte,
in all seinen Tagen.
Die Worte die er bei uns sich sparte,
hat er in sein Buch eingetragen.

Straudorf, 2010 - Alfred Zieger

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Leseprobe - Damenwahl im Kinderzimmer

A b'soffane G'schicht

Unlängst kumm i bsoffn ham
und bin erschöpft ins Betterl g'foin.
Hob g'hobt a Nåcht, die woar a Tram,
doch fiar den Tram muas i heit zoin,
die Dame, die mit mir håt gsoffn,
ließ wiarklich kane Wünsche offn…

Fortsetzung im Buch

Einkaufssamstag

Ich steh bei der Kasse
mit schmerzenden Beinen,
ein jeder kauft ein heut',
man könnte meinen,
es gibt alles gratis für hunderte Leut'.

Hab' g'rad' noch mit Glück ergattert ein Brot,
nicht mehr ganz frisch, nur eines von gestern.

Fortsetzung im Buch

 

Morgenmuffel

Ich wehre mich, den Schlaf zu enden,
speit er doch grausam mich
in eine nicht gewollte Wirklichkeit.

Wenn grausam mich die Lichter blenden,
dann geht 's mir einfach fürchterlich,

Fortsetzung im Buch

 

Waunst du jetzt gehst

Schlåg hinta dir die Tiar net zua,
låss doch an Spoit noch offn,
waunst du jetzt gehst,
låßts ma ka Ruah,
i mechat no a bissl hoffn.

Fortsetzung im Buch

Was ich dir gebe

Was ich dir gebe,
das geb' ich dir gerne,
doch verlang nicht nach mehr.

Mir reicht 's, wie ich lebe,

Fortsetzung im Buch

Ali

Vor einiger Zeit hatte ich ein Gespräch mit einem
neunjährigen Jungen. Seine etwas üppige Körperform
bewegte mich, ihn zu fragen, ob er denn nie nach draußen gehen
möchte, in den nahen Park zum Beispiel.

Ich fand ihn immer nur sitzend vor, mit einer Hand
seinen Kopf stützend, beim Fernsehen
oder mit seinem kleinen Computer irgendwelche
Spiele spielen. Bewegungslos, seine Masse schonend.

Seine Antwort hat mich aus meiner Fassung gebracht.
Im nahen Park, so sein Argument, seien lauter Türken
und andere Ausländer. Mit denen möchte er nichts zu tun haben.

Die Mutter des Jungen hat einen polnischen Vater.
Der Großvater der Mutter war Tscheche.

Fortsetzung im Buch

 

Freunde

Einmal machte ich aus Spaß,
schelmisch wie ich bin,
mir einen kleinen Schwank zurecht,
zu prüfen, ob die Freunde echt.
Ich nahm mein schlechtestes Gewand,
beschmutzte etwas meine Hand,
vergaß meine Krawatte,
wie ich sie vorher immer hatte,
mein Haar ein wenig ungekämmt,
geb' zu, ich habe mich geschämt.

Fortsetzung im Buch

Des Pfarrers Bitte

Mit vollen Händen, lieber Gott,
bin ich zu Dir gekommen.
Wo sich Gelegenheit mir bot,
hab' ich Dir Herzen mitgenommen.

Hoffen, wir sind gern gesehen,
wie wir alle vor Dir stehen.
Ein wenig sind wir ramponiert,
wurden zu kleinen Sünden verführt.

Erwarten von Dir all Deine Güte,

Fortsetzung im Buch

-> Alfred Zieger